Beim Frauen-Arzt

Autor

Lise Tran, Übersetzung in Leichter Sprache Pro Infirmis

Veröffentlicht am

Luana Veraguth ist an der Universität Genf.
Sie hat eine Studie gemacht.
In der Studie untersuchte sie:
Wie fühlen sich Frauen mit kognitiver Beeinträchtigung
beim Frauen-Arzt?

2 Frauen haben bei ihrer Studie mitgemacht: Alice und Diana.
Alice war schon einmal beim Frauen-Arzt.
Sie hatte Angst.
Und sie hatte Schmerzen bei der Untersuchung.

Diana war noch nie beim Frauen-Arzt.
Sie hatte keine Beschwerden und keinen Sex.
Deshalb dachte ihr Umfeld, ein Arzt-Besuch ist nicht nötig.
Umfeld ist ein anderes Wort für Familie, Bekannte und Helfer.
Doch später bekam Diana starke Schmerzen und Blutungen.
Sie brauchte eine Behandlung.

Luana will Frauen mit kognitiver Beeinträchtigung helfen,
sich beim Frauen-Arzt besser zu fühlen.
Deshalb hat sie ein Programm gemacht.

Das Programm erklärt genau, was beim Frauen-Arzt passiert.
Die Frauen können jederzeit Fragen stellen.
Sie können auch sagen, wenn sie etwas nicht wollen.

Alice hat Atemübungen gelernt.
Und wie sie sich mit einem Tuch zudecken kann.
Jetzt fühlt sie sich sicher.

Sie durfte auch ein Familien-Mitglied oder eine Freundin mitnehmen.
Diana hat gelernt, über ihre Probleme zu sprechen.
Sie hat auch die medizinischen Hilfsmittel angefasst.
Diese Hilfsmittel benutzt der Arzt bei der Untersuchung
Und dann hatte Alice keine Angst mehr.

Am Ende haben beide Frauen ein Rollenspiel gemacht.
Beim Rollenspiel spielen sie selbst die Patientin.
Das hat sie sicherer und mutiger gemacht.

Luana sagt:
Viele Frauenärzte wissen wenig über die Bedürfnisse von Frauen
mit kognitiver Beeinträchtigung.
Manche Ärzte denken:
Die Frau hat keinen Sex.
Deshalb ist eine Untersuchung nicht nötig.
Aber das ist falsch.

Jede Frau soll selbst entscheiden dürfen.
Sie soll sich sicher fühlen und ihre Gesundheit gut verstehen.